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Bahnhof Unzenberg km 43,7
(335.3m über NN als Angabe im Bildfahrplan)

 
Seit der Eröffnung der Bahnstrecke Simmern - Kirchberg  im Jahre 1902 hatte die Ortschaft Unzenberg eine kleine Station. (Kleiner Fachwerkbau wie in Nannhausen). In der historischen Bildergalerie finden sie zwei Zeichnungen. Die Erste zeigt das Bahngelände vor dem Bau der Bahn. Die zweite Zeichnung zeigt den Zustand im Jahre 1934 vor dem großen Ausbau. (Danke an Herrn Dietrich für die tollen Zeichnungen.) Rechts dazu die Postkarte um 1920. Das Empfangsgebäude ist nur undeutlich zu erkennen. Der Bahnhof verfügte über Signaleinrichtungen (Spannwerke sind zu erkennen) und 3 Gleise.
Am 02.Juni 1932 kam es im Bereich zu einem Unfall. Eine T14.1 entgleiste in Höhe der Teufelsbrücke in Folge eines Hangrutsches. Am 04 und 05. Juni 1932 berichtete der Kirchberger Anzeiger von diesem Unfall.
 (Bericht UNTEN RECHTS)
 Der Ort Unzenberg liegt 2 km nördlich der Station. Noch Heute hat der Begriff "Ortsteil Bahnhof " in Unzenberg seine Bedeutung.
In den ersten 3 Jahrzehnten  diente die Haltestelle für den lokalen Verkehr und im Güterverkehr dem Umschlag von landwirtschaftlichen Gütern. Dafür genügte ein Ladegleis und das kleine Empfangsgebäude. Nach der Machtergreifung der NSDAP im Deutschen Reich und der beginnenden Aufrüstung veränderte sich auch das Leben im Hunsrück und die Aufgaben der Hunsrückbahn wuchsen. Die Hunsrückhöhenstraße  wurde gebaut und um dem wachsenden Verkehr gerecht zu werden, wurde auch Unzenberg zu einem ansehnlichen Bahnhof ausgebaut. Ein Empfangsgebäude entstand neben dem Beamtenwohnhaus und dem kleinen Bahnmeistereigebäude. Das alte Empfangsgebäude (Fachwerkbau) wurde verkauft und im Ort Nannhausen Privat wieder aufgebaut. (Alle Gebäude sind heute noch vorhanden.) Die Ladestraße wurde ausgebaut und befestigt. Insgesamt wurden 4 Gleise im Bahnhof verlegt. Gleis 1 diente als Nebengleis für den Ladungsverkehr. Gleis 2 + 3 waren die Hauptgleise. Gleis 4 diente als Lokwartegleis für Schiebelokomotiven. Auf einem Plan (ca 1950) kann man sogar eine Wasserversorgungsanlage erkennen. Eine Schrankenanlage sicherte den Bahnübergang. Der Schiebebetrieb bei Güterzügen war in beide Richtungen nötig. Vorallem die Steigung nach Kirchberg mit bis zu 1:33Promille erforderte Schiebehilfe.( Steilster Abschnitt zwischen Langenlonsheim und Hermeskeil).
Filme aus Unzenberg

Film Sprengung Teufelsbrücke
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Film Unzenberg 1976

 

 

         
 


Im Krieg diente der Bahnhof  hauptsächlich der Versorgung des Jagdfliegerflugplatzes Kirchberg. Stumme Zeugen aus der Zeit, sind noch ein alter Luftschutzstollen in der Nähe des Empfangsgebäudes. Schon kurz nach dem Kriege wurde Gleis 4 entfernt und mit Einführung des Zugleitbetriebes Mitte der 1950iger (vermutlich 1956) verschwanden auch die Einfahrsignale, Schranken und der örtliche Fahrdienstleiter. Ein paar Jahre bestand noch eine Agentur. Spätestens nach Einstellung des Ladungsverkehrs und Rückbau des Ladegeleises (1961) waren die Diensträume nur noch stumme Zeugen einer kurzen Blüte. Bis zur Einstellung des Personenverkehrs am 28.05.1976 veränderte sich wenig am Bahnhof Unzenberg. Erst 1978 wurde das Überholgleis zurückgebaut. Das Empfangsgebäude wurde verkauft und im Bereich der Ladestraße ein neues Haus gebaut. Die einzige Veränderung am Empfangsgebäude ist ein Überbau über der Laderampe für die Stückgutverladung.
Der Bahnhof befindet sich im Privatbesitz.
Die Schienen vor dem Gebäude warten auf den ersten Zug zum Hahn.

 

Felssturz bei Unzenberg am 02.06.1932
Am Morgen zwischen 6:30 Uhr und 7:00 Uhr lösten sich im Bereich der Teufelsbrücke mehrere Kubikmeter Schiefergestein und verschütteten die Gleise. Gegen 6:30 Uhr hatte noch ein Güterzug die Stelle ohne Probleme passiert. Der P3211 Morbach -Bingerbrück, bespannt mit 93-728, entgleiste (Lok und der Packwagen) trotz einer eingeleiteten Schnellbremsung. Im Zug wurde ein Reisender schwer verletzt und  einige Reisende leicht verletzt.
3 Tage wurde Ersatzverkehr mit Kraftpostbussen zwischen Unzenberg und Simmern durchgeführt.
Im Bereich des Einschnittes wurde in den Monaten nach dem Felsrutsch eine Schutzmauer errichtet.
Fast genau 60 Jahre später rutschte auf der gegenüberliegenden Hangseite das Gestein. 1992 handelte es sich aber nur um wenige Kubikmeter Abraum und es kam zu keinem Unfall. Die Spuren dieses Vorfalles sind noch heute zu erkennen. Hoffen wir, dass bei Sprengung der Teufelsbrücke, nicht der Hang weiter in Bewegung gerät.
(Kleiner Hinweis: Im Buch "Eisenbahn in Kirchberg" hat sich bei der Bildbeschreibung ein Fehler eingeschlichen. Es handelte sich nicht um einen Güterzug sondern ein Personenzug entgleiste)

 
         
     
         
     
         
 

 

 
         
 

 
         
 

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Letzte Änderung: Mittwoch, Dezember 15, 2010